Borkum Aktuell Serie Borkum 2030 – Das Weltnaturerbe lokal erleben: Borkum als Modellvorhaben

Wieder einmal herrscht große Freude bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, der Ostfriesische Inseln GmbH, der Nordseeheilbad Borkum GmbH und weiteren Projektpartnern. | 1. November 2019


Die Investitions-und Förderbank Niedersachsen hat einen Förderantrag „auf Gewährung einer Zuwendung gemäß der Richtlinie zur Aufwertung des niedersächsischen Natur-und Kulturerbes sowie für die Sicherung der Biologischen Vielfalt“ positiv bewilligt. Konkret geht es darum, das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer lokal erlebbar zu machen –als Modellbeispiel darf Borkuman den Start gehen. Obwohl Borkum in puncto Naturschutz bereits sehr versiert und umsichtig unterwegs ist, werden nun auch im Hinblick auf „Borkum 2030“weitere wichtige Maßnahmen angestrebt. Durch den Verlustbiologischer Vielfalt, den Klimawandel sowie zahlreiche weitere negative Umwelteinflüsse wird der Erhalt von Ökosystemleistungen als natürlicher Lebensgrundlage vor wachsende Herausforderungengestellt. Erfolgreicher Naturschutz basiert auf gesellschaftlicher Akzeptanz, die über eine persönliche Naturbindung zu erreichen ist.Warum Borkum als Modell? Mit 31 km² ist Borkum die größte der sieben Ostfriesischen Inseln und staatlich anerkanntes Nordseeheilbad. 92% des Eilandesund des angrenzenden Wattenmeeres gehören zum Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer, die übrigen Siedlungsflächen sind eingeladen,Teil der Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservats zu werden. „Borkum ist die artenreichsteOstfriesische Insel mit bedeutenden Vorkommen von Seehundenund Kegelrobben, Seevögeln sowieseltenenPflanzenund hat die vielfältigstenHabitate“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der NBG.

Zusätzlich ist für 65 Prozent der Urlauber an der deutschen Nordseeküste „Natur erleben“ besonders wichtig. Dies geht aus einer repräsentativen F.U.R. Reiseanalyse hervor. Optimale Voraussetzungen,um das Projekt „Weltnaturerbe lokal erleben“ auf Borkum zu starten, sind also gegeben. Der Strand und der geschützte Landschaftsraum des Wattenmeers sind Identitätsmerkmale Borkums und Anreiz für Gäste, ihren wohlverdienten Urlaub auf dieser Insel oder einer der anderen Ostfriesischen Insel zu verbringen. Um diese Naturräume zugänglich zu machen und gleichzeitig zu sichern, müssen Infrastrukturen angepasst und ausgebaut werden. Dabei braucht es ein übergeordnetes Nutzungs-und Gestaltungskonzept für den Landschaftsraum und Strand, verbunden durch ein attraktives, gut ausgeschildertes und teils beleuchtetes Wegenetz für den Fuß-und Radverkehr. Ein Strandkonzept mit klarer Zonierung, neuen Angeboten und Verbesserung des bisherigen Angebots ermöglicht der Inselbevölkerung und Gästen, den Strand in seiner Vielfalt zu erleben. Ein verbessertes Wegenetz verbindet attraktive Landschaftsräume, Ausflugsziele und Siedlungsgebiete wie den Ortsteil Reede. Besondere Orte gilt es zu identifizieren und mit kleinen Architekturen auszugestalten, immerunter der Leitidee, den Landschaftsraum zu inszenieren. So wird aus einer Schutzhütte mit integrierter Aussichtsplattform langfristig ein Sehnsuchtsort, der von Borkum und seinen Ausblicken träumen lässt.Hervorragend gelungen ist dies bereits beim Walkinnladenzaun in der Wilhelm-Bakker-Straße, wo der Walpfad bereits einem Erlebnispfad gleicht. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die konzeptionelle Weiterentwicklung der Gestaltung des Naturerlebnis-Angebots auf Borkumals Modell für die Ostfriesischen Inseln. Damit sind folgende Zielsetzungen verbunden:

1.Masterplan Naturerlebnis für Borkum entwickeln unter Einbindung bestehender Naturerlebnisangebote, wie Infotafeln, Natur-und Lehrpfade, Naturpunkte und Nationalparkeinrichtungen.

2.Vorhandene Naturerlebnis-Angebote konzeptionell in Einklang bringen, aktualisieren und ausbauen

3.Innovative, kreative, facettenreiche und attraktive Naturerlebnis-Angebote erarbeiten, die sowohl bei Einheimischen als auch bei Gästen durch besondere Erlebnisse bleibende Eindrücke schaffen.

4.Übertragbarkeit als Modell für die anderen Ostfriesischen InselnIm ISEK finden sich bereits verschiedene Maßnahmenvorschläge, die einbezogen werden. Außerdem sehen weitere Ostfriesische Inseln dem Masterplan Naturerlebnis mit Interesse entgegen und erwägen, ähnlich bei der Verbesserung des Naturerlebnissesauf ihrenInselnvorzugehen. Göran Sell: „Die beabsichtigte Wirkung des Projekts liegt in einem Naturerlebnis für Einheimische und Besucher der Ostfriesischen Inseln von höchster Qualität. Ein vertieftes Verständnis des UNESCO-Weltnaturerbes fördert die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen im Nationalpark Wattenmeer. Über eine intelligente Wegeführung und Gestaltung von Attraktionen ohne Beeinträchtigung für Naturwerte leistet das Projekt einen Beitrag zur Besucherlenkung im Nationalpark. Mit dem Projekt nimmt Borkum eine Vorreiterrollefür das Weltnaturerbe lokal erleben ein. Zusätzlich werden die Kooperationsvereinbarungenzwischen der Nationalparkverwaltung und der Ostfriesische Inseln GmbH einerseits sowie der NBG andererseits mit Leben gefüllt.“

Über Borkum

Die Nordseeinsel Borkum (5.300 Einwohner) ist die größte der Ostfriesischen Inseln und beherbergt jährlich ca. 300.000 Übernachtungsgäste mit rd. 2,5 Mio. Übernachtungen. Die strategische inseltouristische Ausrichtung zielt auf die Schwerpunkte Hochseeklima und Vitalität, Sport und Bewegung, Natur und Strand sowie Kultur. Borkum liegt im Weltnaturerbe Wattenmeer, ist staatlich anerkanntes Nordseeheilbad und trägt das Prädikat Allergikerfreundliche Insel (ECARF-Siegel).

 

Über die Nordseeheilbad Borkum GmbH

Die Nordseeheilbad Borkum GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Borkum. In dem Unternehmen sind alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt: Betrieb der öffentlichen touristischen Einrichtungen (Tourist-Information, Gezeitenland ~ Wasser & Wellness, Nordsee Aquarium, Veranstaltungshaus „Kulturinsel“, die „Spielinsel“ für die Kleinen), Bewirtschaftung des gesamten Strandes sowie der strandnahen Infrastrukturen (Promenade, Kurhalle am Meer mit Gastronomie, Pavillon mit Kurmusik „Musik & Meer“), Vermarktung der Insel, Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme, Betrieb des Nordsee Windport Borkum, einen Großteil des Hafens sowie des Inselflugplatzes. Mit mehr als 150 Mitarbeitenden ist die Nordseeheilbad Borkum GmbH der größte Arbeitgeber auf der Insel.

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