Borkum Aktuell Serie Borkum 2030 – Eine Insel in Bewegung

Wer in diesem Jahr bereits das Glück hatte Borkum besuchen zukönnenoder am Strand entlanggelaufenist, dem werdendort mit Sicherheit einige Veränderungen aufgefallen sein. | 1. August 2020


Die DLRG-Stationen sind nicht mehr dort aufgebaut, wo sie in den letzten Jahren zu finden waren, das Wasser am Nordstrand, im Bereich der Seehundsbank und des Musikpavillons, ist sehr flach und auch am Südstrand hat sich einiges getan. Grund ist das stetige Heranrücken der Seehundsbank, weshalbNBG und Stadt an der Strandentwicklung feilenmussten, um auch in dieser Saison einen optimalen Badeurlaub bieten zu können.

Dass eine Insel kein starres Gebilde ist, sondern sich stetig verändert, dürfte dem regelmäßigen Besucher bereits aufgefallen sein. Besonders die jüngsten Entwicklungen der Seehundsbank demonstrieren auf beeindruckende Weise, dass Borkum seit jeher ein Spielball der Nordsee ist, der von Wind, Meer und Strömungen geformt wird. Neben Nordwestwind und Sturmfluten nagen vor allem die starken Nordseeströmungen an den Westköpfen der Inselnund spülen den abgetragenen Sand nach Osten. Die Wellen des Nordatlantiks treffen von den Ostfriesischen Inseln stets zuerst Borkum. So entstand im Laufe der letzten Jahrhunderte ihr hufeisenförmigesAussehen, da Sandmassen von der einen Seite weg-und an andere Stelle angespült wurden. Speziell die Seehundsbank rückt jährlich um rund 100 Meter an die Hauptinsel heran, bis sie, so wie momentan zu beobachten, zum Hauptbadestrand am Musikpavillon schließt.

Diese Veränderungen lassen sich auf der Internetseite von Google Timelaps (https://earthengine.google.com/timelapse/) gut nachvollziehen. Satellitenfotos zeigen das Annähernder Seehundbank im Laufe der Jahre mehr als deutlich. In diesenatürlichen Veränderungen unseres Welterbes kann und möchte niemand eingreifen, das durch Grenzen und Gesetze des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeergeschützt ist. Die rechtlichen Grenzen der Ruhezone des Nationalparks, die die Seehunde auf ihrer Sandbank schützt, sind gleichgeblieben, während sich die Inselmasse tatsächlich langsam aus dieser Grenzziehung herausbewegt.

 

So reicht die Seehundsbank mittlerweile bis in die Erholungszonehinein, die den Insulanern und Gästen für ihren Strandaufenthalt zur Verfügung stehen. Das ist aber nicht damit gleichbedeutend damit, dass ein Seehund in der Erholungszone nicht mehr schutzbedürftig und ungeschützt ist. Er nimmt seinen Schutzbereich quasi aus der Ruhezone mit. Schön für die Gäste, die von der Buhne aus dem Treiben der Seehunde aus nur wenigen Metern Entfernung beobachten und unvergleichliche Eindrücke gewinnen können, einschränkend hingegen für die Badebedingungen am Hauptstrand. Aus diesem Grund wurde das Badefeld weiter in Richtung Südstrand auf Höhe des Gezeitenlandes verlegt. „Wir stehen derzeit am Hauptstrand vor einer großenHerausforderung. Dort, wo wir gut das Badefeld einrichten können, ist der Strand nicht breit und hoch genug für Strandzelte, wo genügend Platz wäre, fehlt das Wasser“, erklärt NBG-Geschäftsführer Göran Sell.

Dies macht den Südstrand für die Besucher immer interessanter, weshalb eine Infrastrukturerweiterung schon über bloße Gedankenspiele hinausgeht. Die Stadt Borkum errichtete bereits neue Fahrradständer am Strandaufgang in Höhe der Randzelstraße. Und die NBG führte gemeinsam mit der DLRG bereits eine Überprüfung, ein so genanntes Risk Assessment, derin Richtung schwarzes Deckwerk angrenzenden Strandbereiche durch. „Wir haben für diesenBereich die natürlichen, wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Möglichkeiten abgeprüft. Auch dort haben wir hervorragende Badebedingungen“, sagt Sell. Das Nordbad I am Hauptbadestrand bleibt weiterpartiell mittelseiner mobilen Station bewacht, die festenDLRG-Container wurden andernorts errichtet. Nicht nur für das Baden haben sich durch die Veränderung der Seehundsbank die Bedingungen verändert, auch für den Wassersport. Konnten die Angebotefrüher bei jedem Pegelstand bereitgestellt werden, gelingt dies jetzt teilweise nur bei den höheren Wasserständen. Für Surfer hingegen ist das derzeit knietiefe Wasser ideal.

„Viele werden sich erinnern, dass sogar noch bis vor ein, zwei Jahren regelmäßig Segler und sogar die Wappen von Borkum sowie Krabbenkutter in die Bucht von Seehundsbank und Hauptstrand gefahren sind. Aufgrund der geringen Wassertiefe ist dies nun kaum nochmöglich.Das ist die Kehrseite der Medaille, dass wir die Seehunde und Kegelrobben nunmehr in ganz geringer Entfernung beobachten können. Es ist sehr interessant, mit welcher Dynamik sich die Natur in den letzten drei, vier Jahren verändert hat.“

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre „Vom Winde verweht“, welche die NBG in diesem Jahr neu aufgelegt hat. Zu finden auch auf www.borkum.de.

Über die Nordseeheilbad Borkum GmbH

Die Nordseeheilbad Borkum GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Borkum. In dem Unternehmen sind alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt: Betrieb der öffentlichen touristischen Einrichtungen (Tourist-Information, Gezeitenland ~ Wasser & Wellness, Nordsee Aquarium, Veranstaltungshaus „Kulturinsel“, die „Spielinsel“ für die Kleinen), Bewirtschaftung des gesamten Strandes sowie der strandnahen Infrastrukturen (Promenade, Kurhalle am Meer mit Gastronomie, Pavillon mit Kurmusik „Musik & Meer“), Vermarktung der Insel, Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme, Betrieb des Nordsee Windport Borkum, einen Großteil des Hafens sowie des Inselflugplatzes. Mit mehr als 150 Mitarbeitenden ist die Nordseeheilbad Borkum GmbH der größte Arbeitgeber auf der Insel.

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