Borkum Aktuell Serie Borkum 2030 – Emissionslose Insel

Emissionslose Insel | 1. März 2018


Versuchslabor, Pilotprojekteund Wärme aus der NordseeBorkum auf demWeg zur emissionslosen Insel

Inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer gelegen,trägt die Nordseeinsel Borkumeine besondere Verantwortung für Natur und Umwelt, sodass man hier traditionell auf den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Verringerung von CO2-Emissionen setzt. Um diesem Anliegen einen offiziellen Rahmen zu geben, hat sich die Inselbereits 2015 in ihrerZukunftsstrategie „Borkum 2030“auf die Fahnen geschrieben, in den kommenden Jahren nachhaltig, klimaneutral und emissionslos zu werden.

„Auf dem Weg zuremissionslosen Insel gilt es daher, die Geschäftsfelder Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum CO2-neutral zu gestalten“, erklärt der Geschäftsführer der Nordseeheilbad Borkum GmbH, Göran Sell. „Die Gesellschaft treibt den Prozess maßgeblich voran. Besonderen Fokus legen wir dabei vorerst auf die Bereiche Wärme-und Stromversorgung sowie auf den verstärkten Einsatz von Elektromobilität.“

Große Fortschritte Dass das keine leeren Worte sind, kann man beispielsweise an dem verstärkten Anliegen des Unternehmenssegments Stadtwerkefestmachen, seine Kunden zunehmend mit alternativer Energie zu versorgen. „Schon heute erkennenwir ein hohesEnergie-und Ressourcenbewusstseinin der Bevölkerung, das sich u.a. durch die große Nachfrage nach unserem BorkumWatt-Natur-Angebot bemerkbar macht“, berichtet Prokurist und Stadtwerkedirektor Axel Held. „Auf Borkum stammen bereits 2/3 des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien. Die Insel weist damit gegenüber dem Bundesdurchschnitt eine deutlich nachhaltigere Stromnutzung auf.“

 

Übrigens: Auch in der Klärung wichtiger Zukunftsfragen –wie die Speicherung von alternativer Energie, wenn Wind und Sonne mal Pause machen –ist Borkum ganz vorne mit dabei. So haben sich die Borkumer Stadtwerke mit renommierten Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern zusammengeschlossen, um im Rahmen des durch die Europäische Union gefördertenLeuchtturmprojekts„NETfficient“innovative Speichermethoden zu erproben, die eine 100%ige Versorgung mit Erneuerbaren möglich machen soll. Borkum gilt somit als Innovationsförderer und „Versuchslabor“einer nachhaltigen Energiewirtschaft.Außerdemsetzt die Nordseeheilbad Borkum GmbH Maßstäbe im Bereich der nachhaltigenMobilität, deren ganze Bandbreite auf der Insel erprobt wird. Nachdem die Verantwortlichen bereits 2015 die erste Schnellladesäule für Elektroautos auf der Inselerrichten ließen, setzen sie seitdem darauf, den öffentlichen Fuhrpark bis 2030 komplett durch Elektromobile zu ersetzen. Zudem beschäftigt sich eine jüngst eingerichtete Projektgruppemit der weiteren Vorgehensweise, die u.a. auf die Einrichtung eines E-Carsharings in der Wohnungswirtschaft, überregionale Kooperationen sowie den Einsatz von Elektro-LKWs abzielt. Neue Wege bei der Wärmeversorgung.

Nicht zuletzt konzentriert sich das Tochterunternehmen der Stadt Borkum auf dem Weg zur Emissionslosigkeit auch auf die klimabelastende Wärmeversorgung. „Denn die Energiewende kann nur gelingen, wenn man auch die Wärmewende in den Griff bekommt“, betont Held.„Hierbei haben wir zunächst unsere Hausaufgaben gemacht –und verfolgen mit großer Akzeptanz der Mitarbeiter seit 2014 ein Energiemanagementsystem, das u.a. den Gesamtenergieverbrauch im Wärmebereich kontinuierlich senkt.

Zudem verfügen wir über eine optimierte Wärmepumpentechnologie und beachten bei sämtlichen Baumaßnahmen Vorgaben bezüglich der Energieeffizienz.“Dass Borkum auch bei der Wärmeversorgung ganz neue Wege beschreiten möchte, beweist im Übrigen folgendes Vorhaben: So arbeiten die Verantwortlichenim Rahmen eines innovativen Quartierskonzeptes für den Ortsteil Reedederzeit an einer Grundidee, die darauf abzielt, die Nordsee –hier konkret das Hafenbeckenwasser –als Quelle für einausgeklügeltes Wärmepumpensystemzu nutzen. Der dafür benötigte, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte,Versuchscontainer befindet sich bereits auf der Insel, sodass wir an dieser Stelle vielleicht schon bald über erste Ergebnisse berichten können.Im Fokus des InteressesWie bedeutend Borkums Weg in die Klimaneutralität ist, zeigt sich mitunter am großen Interesse des Landes Niedersachsen. Nachdem das Modell einer emissionslosen Insel bereits im letzten Jahrim Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtags vorgestellt wurde, dauerte es nicht lange, bis esauf den Agenden entsprechender Veranstaltungen nach oben rückte.

So war Göran Sell am 15. Februar nicht nur zu Gast auf der von der Klimaschutz-und Energieagentur Niedersachsen initiierten Veranstaltung„Nachhaltige Wärmeversorgung für die TourismusregionNordseeküste“im friesischen Dangast. Vielmehr schloss sein Impulsvortrag „Borkum 2030 als emissionslose Insel –Zielsetzung und erste Schritte“inhaltlich direkt an den Auftritt und die Grundthesen des Niedersächsischen Ministers für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies,an. „Wir freuen uns über diese große Aufmerksamkeit, die zweifelsohne unterstreicht, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden! Besonders stolz sind wir dabei auf die großen Fortschritte–sowie auf die rasche Realisierung entsprechender Pilotprojekte, mit denen bereits wichtige Ergebnisse erzielt werden konnten“, zeigt sich Sell zufrieden.

Über weitere Schritte auf dem Weg zur emissionslosen Insel werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten!

Über Borkum

Die Nordseeinsel Borkum (5.300 Einwohner) ist die größte der Ostfriesischen Inseln und beherbergt jährlich ca. 300.000 Übernachtungsgäste mit rd. 2,5 Mio. Übernachtungen. Die strategische inseltouristische Ausrichtung zielt auf die Schwerpunkte Hochseeklima und Vitalität, Sport und Bewegung, Natur und Strand sowie Kultur. Borkum liegt im Weltnaturerbe Wattenmeer, ist staatlich anerkanntes Nordseeheilbad und trägt das Prädikat Allergikerfreundliche Insel (ECARF-Siegel). Über die Nordseeheilbad Borkum GmbHDie Nordseeheilbad Borkum GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Borkum. In dem Unternehmen sind alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt: Betrieb der öffentlichen touristischen Einrichtungen (Tourist-Information, Gezeitenland ~ Wasser & Wellness, Nordsee Aquarium, Veranstaltungshaus „Kulturinsel“, die „Spielinsel“ für die Kleinen), Bewirtschaftung des gesamten Strandes sowie der strandnahen Infrastrukturen (Promenade, Kurhalle am Meer mit Gastronomie, Pavillon mit Kurmusik „Musik & Meer“), Vermarktung der Insel, Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme, Betrieb des Nordsee Windport Borkum, einen Großteil des Hafens sowie des Inselflugplatzes. Mit mehr als 150 Mitarbeitenden ist die Nordseeheilbad Borkum GmbH der größte Arbeitgeber auf der Insel.

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