Borkum Aktuell Serie Borkum 2030 – Auf zu neuen Ufern

Nach mehrmonatiger Bauzeit wurde der „Neue Deich“ im Ortsteil Reede für die Bevölkerung zugänglich gemachtund bietet Borkumernund Gästen völlig neue Ausblicke in das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. | 1. Juni 2020


Die offizielle Eröffnung der frisch sanierten Promenade findet voraussichtlich im Juni 2020 statt. Die Restaurierung des Deiches ist eines der Resultate aus dem Tourismuskonzept „Borkum 2030“-die Mehrheit der engagierten Bürger stellte bei der Inselwerkstatt 2016 fest, dass der Ortsteil Reede am meisten modernisierungsbedürftig sei. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) formulierte den Arbeitsauftrag an die Nordseeheilbad Borkum GmbH, vormals Wirtschaftsbetriebe, die Wasserkanten erlebbar zu machen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nahm sich dem Bau an und errichtete diese neue touristische Attraktion, die nach der Fertigstellung von der Stadt Borkum übernommen wurde. Seit April ist die 1400 Meter lange „Wattenmeerpromenade“, wovon 900 Meter der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, geöffnet und bietet „fantastische Einblicke in diese besondere Naturlandschaft“, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Nordseeheilbad Borkum GmbH.

Tatsächlich bietet die Promenade Ausblicke, die zuvor nicht möglich waren. Deutlich werden dort der Grund des Weltnaturerbes Wattenmeer mit Tidenhub, freifallenden Wattflächen, Seegraswiesen, Muschelbänke und Prielen mit seinen typischen Bewohnern, wie Wattwürmern, Strandkrabben, Wattschnecken, Schlickkrebsen, Bäumchenröhrenwürmern sowie Mies-, Herz-und Sandklaffmuscheln. „Besonderer Höhepunkt ist natürlich das Schauspiel der Vogelwelt in großen Schwärmen oder wuselnd auf den Watten beim Fressen. Darunter finden sich Silber-, Herings-und Lachmöwen sowie Brachvögel, Gold-und Kiebitzregenpfeifer, Pfuhlschnepfen, Austernfischer, Säbelschnäbler, Alpenstrandläufer, Knutts, Löffler und Enten aller Art“, schwärmt Nationalparkranger Simon Potthast. Bei auflaufendem Wasser sollen die Vögel besonders gut vom Deich aus zu beobachten sein.

Dass aus dem Ortsteil Reede einmal eine Attraktivierung in diesem Maße stattfinden würde, war vor mehr als 100 Jahren vermutlich nicht angedacht. Da wurde die Reede als künstliche Halbinsel zur Hafennutzung angelegt, die einzige Verbindung zur Hauptinsel fand durch den Schienenverkehr statt. Später kam eine Landebahn für die „Festung Borkum“ hinzu, von den 1950er Jahren bis 1996 war der Ortsteil Marinestützpunkt. Der Hubschrauberlandeplatz verbleibt als einzige Nutzung der Bundeswehr und nimmt die letzten 500 Meter der Wattenmeerpromenade ein. „Mit der Deichsanierung haben wir einen wunderbaren Mehrwehrt für die Insel geschaffen, man kann ihn hervorragend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erleben. Dank der Sitzmöglichkeiten lässt es sich dortschön verweilen und der Blick in die Ferne nach Hooge Hörn oder ins Ostland ist sensationell“, freut sich Sell.
Der Stadtumbau auf der Reede ist weiterhin in vollem Gange. Die Bauarbeiten beim Offshore-Quartier sind weit fortgeschritten, die Jugendherberge soll ebenfalls saniert werdenund auch für die Zukunft sind Modernisierungen geplant, um Borkum-Reede zu einem erlebbaren Stadtteil zu machen. Auch aufgrund dieser Pläne wurde Borkum im Mai 2019 als einzige Inselgemeinde beim Bund-Länder-Programm „Stadtumbau West“ mit einer Fördersumme von 10 Millionen Euro bedacht (s. Borkum Aktuell Juni 2019).

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