Wie klingt die Unterwasserwelt der Nordsee? Dieser Frage widmet sich die neue Hör-Ausstellung „Ruhe für die Schweinswale“, die vom 20. März bis Ende Oktober 2026 im Nordsee Aquarium Borkum zu sehen ist. Die Wanderausstellung des BUND Niedersachsen macht die oft unsichtbare Verschmutzung der Meere durch Lärm hörbar und rückt den in der Nordsee heimischen Schweinswal in den Mittelpunkt.
Im sogenannten Klangsessel können Besucherinnen und Besucher Geräusche aus der Unterwasserwelt erleben. Neben natürlichen Klängen des Meeres werden auch die Geräusche menschlicher Aktivitäten hörbar, die sich zunehmend auf Meerestiere auswirken. Schweinswale nutzen Schallwellen zur Orientierung, zur Kommunikation und zur Ortung ihrer Beute. Steigt der Lärmpegel im Meer, wird diese lebenswichtige Fähigkeit gestört.
Der Schweinswal gehört zu den kleinsten Walen der Welt und ist in der deutschen Nordsee heimisch. In den vergangenen Jahren ist seine Population jedoch rückläufig. Auf der Roten Liste Deutschlands wird die Art als stark gefährdet geführt. Neben Beifang sowie Plastik- und Chemikalienverschmutzung stellt insbesondere der zunehmende Unterwasserlärm eine große Belastung dar.
Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Ruhe für die Schweinswale“, das vom BUND Niedersachsen initiiert wurde. Ziel ist es, über die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Meeressäuger zu informieren und mögliche Maßnahmen zur Reduzierung dieser Belastung zu entwickeln.
„Viele Menschen wissen nicht, wie stark menschliche Aktivitäten die Geräuschkulisse unter Wasser verändern“, sagt Claudia Thorenmeier vom Nordsee Aquarium. „Mit der Ausstellung möchten wir das Thema erlebbar machen und für den Schutz der Schweinswale sensibilisieren.“
Begleitend zur Ausstellung können Besucherinnen und Besucher einen Film über den Schweinswal ansehen. Für Kinder gibt es Bücher, Rätsel und Malblätter rund um den kleinen Wal der Nordsee.
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