Pressemitteilung – Weg frei für Offshore-Service-Quartier im Borkumer Hafen

Weg frei für Offshore-Service-Quartier im Borkumer Hafen | 7. Mai 2018


Im Rahmen des Leitbildes Borkum 2030 und des damit verbundenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) gehen im Ortsteil Reede die Planungen in die konkrete Umsetzungsphase. Die Borkum Hafen Immobilien GmbH entwickelt gemeinsam mit dem Wiener Architektenbüro Delugan Meissl Associated Architects (DMAA) und mit Unterstützung durch die Nordseeheilbad Borkum GmbH ein Konzept zur Entwicklung des Offshore-Service-Quartiers am Nordufer sowie dem oberen Teil des Ostufers, dem ehemaligen Marinehafen.

 

Mit der Unterzeichnung des Notarvertrags wurde am 04. Mai 2018 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Zuvor konnten bereits zahlreiche Wegmarkenerfolgreich gemeistert werden. Alles begann am 07. März 2017 mit einer Begehung sämtlicher Liegenschaften der Nordseeheilbad Borkum GmbH durch deren Geschäftsleitung sowie Mitgliedern des Borkumer Stadtrats. Im Zuge dessen wurde der große Handlungsbedarf, aber auch das große Potenzial des Hafens noch einmal besonders deutlich. Im Anschluss der Besichtigung stellte die Geschäftsleitung der Nordseeheilbad Borkum GmbH dem Rat im Rahmen einer interfraktionellen Sitzung ein Konzept für eine nachhaltige Nutzung des Marinehafens vor. Auf Grundlage der darin enthaltenen Ergebnisse soll Borkum-Reede sowohl wirtschaftlich als auch städtebaulich attraktiv entwickelt werden. Einigkeit bestand nach der Sitzung darin, dass ein solches Vorhaben nur dann gelingt, wenn die eigene Leistungsfähigkeit durch ein Engagement aus dem privatwirtschaftlichen Bereich ergänzt wird; außerdem, dass das derzeit günstige Zeitfenster genutzt werden muss. „Ein Engagement ist jetzt im Hafen notwendig, weil derzeit eine neue Ausbaustufe der Offshore-Windparks erfolgt (u.a. Trianel Windpark Borkum 2) und sich daher die Offshore-Windversorger genau jetzt wieder für attraktive Versorgungshäfen entscheiden.“, so Göran Sell, Geschäftsführerder Nordseeheilbad Borkum GmbH.

 

Im Ergebnis der Sitzung erhielt die Nordseeheilbad Borkum GmbH daher von den Ratsmitgliedern den Auftrag, einen privaten Investor als Partner für das Projekt zu suchen. Eine vielversprechender Erstkontakt zu dem Bremer Windparkprojektierer wpd konnte bereits im April 2017 hergestellt werden. Beinahe parallel wurde am 20. April 2017 der Ratsbeschluss gefasst, ein ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) zu erarbeiten. Am 27. September 2017 folgte der Beschluss der konkretisierenden VU (Vorbereitende Untersuchungen) für den Ortsteil Reede, die gemeinsam den planerischen Rahmen für das angedachte Investitionsvorhaben bilden. Die Reede sei am modernisierungsbedürftigsten. Dies war das Ergebnis der Inselwerkstatt imNovember 2017, an der viele Borkumer Bürger teilnahmen und auch ein Architekt des Planungsteams für das Offshore-Quartier vor Ort war. Für die großen Freiflächen gab es bereits zu dem Zeitpunkt eine ganze ReiheguterIdeen aus der Bevölkerung. Die Bebauung und Nutzung des Nordufers durch Offshore-Wohnungen wurde in der Inselwerkstatt als besonders wichtiges Element für die gesamte Hafenentwicklung angesprochen. Auf der Basis dieser Ergebnisse konnte das Büro DMAA im Dezember 2017 einen ersten Entwurf fertigen. Die Wiener Architekten sind weltweit erfolgreich tätig und haben u. a. das Porsche-Museum in Stuttgart erfolgreich realisiert. Gleich zu Jahresbeginn, am 08. Januar 2018, wurden konkrete Pläne mit Politikvertretern diskutiert, deren Anregungen aufgenommen und dann am 05. März 2018 in einer interfraktionellen Sitzung vor dem gesamten Stadtrat präsentiert. „Durch eine laufende Rückkopplung der Planung für das Offshore-Quartier mit den Arbeiten am ISEK und den Vorbereitenden Untersuchungen (VU) konntendie verschiedenen Planungsebenen sehr gut in Übereinstimmung gebracht werden. Zugleich konnte damit eine optimale Basis für die zum 01. Juni 2018 angestrebte Antragstellung auf Aufnahme in die Städtebauförderung geschaffen werden“, so Frank Schlegelmilch vom Stadt-und Regionalplanungsbüro BPW baumgart+partner. Auch Borkums Bürgermeister Georg Lübben zeigt sich begeistert von der Entwicklung: „Ich begrüße dieEntwicklungenauf Borkum-Reede sehr. Sie werden zu mehr Wirtschaftskraft führen, die für die Zukunft der Insel erforderlich ist“.Basis des Engagements ist ein mitder Nordseeheilbad Borkum GmbH geschlossener Erbbaurechtsvertrag. Am 19. April 2018 hat der Aufsichtsrat der Nordseeheilbad Borkum GmbH als Kontrollgremium, welches sich aus den politischen Mitgliedern des Stadtrates sowie dem Bürgermeister der Stadt Borkum zusammensetzt, dem von der Geschäftsleitung mit denInvestorenverhandelten Konditionen des Erbbaurechtsvertrages einvernehmlich zugestimmt. “Sämtliche Gremienbeschlüsse seit Startschuss des Prozesses im Frühjahr 2017 wurden einstimmig verabschiedet.“, freut sich Göran Sell, der als Geschäftsführer der NordseeheilbadBorkum GmbH zugleich die Flächeneigentümerin vertritt.

Die Quartiersentwicklung soll in zwei Abschnitten erfolgen. Der erste Bauabschnitt sieht die Fertigstellung von rund 100 Wohneinheiten vornehmlich für Offshore-Service-Mitarbeiter vor. In einem zweiten Bauabschnitt sollen rund 140 Wohneinheiten vornehmlich für touristisches Servicepersonal entstehen. Die Realisierung des zweiten Bauabschnittes hängt davon ab, ob die erwartete Nachfrage für die ersten 100 Wohneinheiten tatsächlich realisiert wird. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes ist bereits für das Frühjahr 2020 vorgesehen. Die Borkum Hafen Immobilien GmbH ist ein Unternehmen der wpd-Gruppe. Tätigkeitsschwerpunkt ist die Entwicklung und der Betrieb von Windenergieprojekten onshore und offshore.

 

Aufgrund der langjährigen Tätigkeitsschwerpunkte hat das Unternehmen großes Interesse an der Entwicklung des Offshore-Service-Quartiers am Nordufer und dem oberen Teil des Ostufers. „Borkum gehört zu denattraktivsten Standorten im Bereich Offshore. Mit der Gründung der Borkum Hafen Immobilien GmbH mit Sitz auf Borkum untermauern wir unser großes Interesse,hier etwas zu bewirken.“, so Geschäftsführer Dr. Meier.Die wpd-Gruppe ist seit über 20 Jahren im Bereich Projektentwicklung und -betrieb von Onshore-und Offshore-Windenergievorhabenaktiv.

Mit über 2.000 Mitarbeitern zähltdie Bremer wpd-Gruppe, zu der die wpd AG, die wpd windmanager GmbH & Co. KG sowie die Deutsche Windtechnik AG gehören, in diesen Segmenten heute weltweit zu den führenden Unternehmen. Das Know-how und ihre Kontakte aus diesen über zwei Jahrzenten leidenschaftlichen Engagements wollen sie auf Borkum wertstiftend einfließen lassen. In Bremen wird derzeit von einem Verbundunternehmen ebenfalls ein Quartier in Wasserlageentwickelt, dort an der Weser, das umfassend klimaneutral werden soll und hierfür eine innovative Kopplung der Sektoren Wärme, Hausstrom und Mobilitätmittels Einsatz von regenerativ erzeugtem Wasserstoff vorsieht. „Mit der städtebaulichen Entwicklung des Ortsteils Reede soll dessen zukunftsweisende energetische Ausrichtung Hand in Hand gehen.

Hierfür haben wir ebenfalls schon ein Antragsverfahren auf Förderung der energetischen Sanierung des gesamten Quartiers (KfW 432) eingeleitet. Die konzeptionellen Überlegungen zu Sektorenkopplung sowie Wasserstofferzeugung und -einsatz auch für das Offshore-Quartier anzustellen, zahlt direkt auf unsere Zielstellung ein, bis 2030 emissionslose Insel zu werden und damit unserer Verantwortung für das Weltnaturerbe Wattenmeer gerecht zu werden. Deswegen freuen wir uns sehr auf die Zusammenarbeit mit der wpd.“ berichtet Göran Sell und ergänzt: „Das Vorhaben der Unternehmensgruppewird sich außerdem belebend auf die lokale Wirtschaft auswirken, insbesondere auf das Handwerk und die Gastronomie. Zudem vergrößert es die Handlungsspielräume der Nordseeheilbad Borkum GmbH, die Insel im Interesse der Insulaner gemäß der Strategie Borkum 2030 weiter zu gestalten“.

Mit der Unterzeichnung des Notarvertrages am 04. Mai 2018 können nun die nächsten Schritte des Projektes angegangen und das Kurviertel als das „Wohnzimmer der Insel“ wieder verstärkt in den Fokus genommen werden.

Über Borkum

Die Nordseeinsel Borkum (5.300 Einwohner) ist die größte der Ostfriesischen Inseln und beherbergt jährlich ca. 300.000 Übernachtungsgäste mit rd. 2,5Mio. Übernachtungen. Die strategische inseltouristische Ausrichtung zielt auf die Schwerpunkte Hochseeklima und Vitalität, Sport und Bewegung, Natur und Strand sowie Kultur. Borkum liegt im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer, ist staatlichanerkanntes Nordseeheilbad, als Thalassoregion zertifiziertund trägt das Prädikat Allergikerfreundliche Insel (ECARF-Siegel).

 

Über die Nordseeheilbad Borkum GmbH

 

Die Nordseeheilbad Borkum GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Borkum. In dem Unternehmen sind alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten gebündelt: Betrieb der öffentlichen touristischenEinrichtungen (Tourist-Information, Gezeitenland ~ Wasser & Wellness, Nordsee Aquarium, Veranstaltungshaus „Kulturinsel“, die „Spielinsel“ für die Kleinen), Bewirtschaftung des gesamten Strandes sowie der strandnahen Infrastrukturen (Promenade, Kurhalle am Meermit Gastronomie, Pavillon mit Kurmusik„Musik & Meer“), Vermarktung der Insel, Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme, Betrieb des Nordsee Windport Borkum, einen Großteil des Hafenssowie des Inselflugplatzes. Mit mehr als 150 Mitarbeitenden ist die Nordseeheilbad Borkum GmbH der größte Arbeitgeber auf der Insel.